Christian
Opitz : Die dunkle Nacht der Seele und die Gehirnwissenschaft
Die dunkle Nacht der Seele und die
Gehirnwissenschaft
Ein wissenschaftlicher Kommentar zum durch die Diksha bewirkten
Transformationsprozeß von Christian Opitz
1977 wurde Ilya Prigogine der Nobelpreis in
theoretischer Chemie für seine
Entdeckung dissipativer Strukturen verliehen. Prigogine beschrieb, wie jedes
natürliche System in nichtlinearer Weise wächst. An einem Punkt ist die
organische Struktur nicht länger nützlich und zerfällt bevor eine neue
Struktur erscheinen kann. Ein bekannteres Beispiel für dieses Prinzip ist die
Verwandlung einer Raupe in einen Schmetterling. In Wirklichkeit wird die Raupe
nicht im Kokon zum Schmetterling. Sie verwandelt sich eher in einen
chaotischen, molekularen Brei aus dem der Schmetterling spontan entsteht.
Mystiker waren sich dieses Prinzips schon immer bewußt. Die Auflösung der
gegenwärtigen Wahrnehmung eines Selbst und Gottes, bevor jemand sein wahres
Selbst und Gott erfahren kann, ist ein gemeinsames Thema in den spirituellen
Lehren der Menschheitsgeschichte.
Der mittelalterliche christliche Mystiker, Meister Eckhart, drückte dieses
Wissen in seinem bekannten Gebet aus : "Herr,
befreie mich von dir, damit ich
dich wirklich finden kann". Christliche Mystiker benannten diese
Durchgangserfahrung des sich selbst verlierens bis hin zum finden der absoluten
Wahrheit als die Dunkle Nacht der Seele.
Die dunkle Nacht der Seele
Der Begriff "Dunkle Nacht" bezieht sich nicht notwendiger Weise auf
eine
Schreckenserfahrung sondern deutet eher an, daß jemand nicht mehr weiß wohin er
geht und wie er dorthin gelangt.
Während jede Person und jede Diksha einzigartig ist, scheint der Prozeß, durch
den jeder geht der die Diksha erhalten hat, ziemlich der gleiche zu sein. Von
einem wissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen ist die Diksha eine
unvergleichlich effektive Methode um nicht nur die "Dunkle Nacht"
einzuleiten
sondern, was viel wichtiger ist, sie tatsächlich fruchtbar zu machen. Viele
erleben eine Art Krise und den Verlust ihrer Identität auf ihrer spirituellen
Reise und bis jetzt sind nur einige wenige aus einer solchen Erfahrung
vollständig erleuchtet hervorgegangen.
Meiner Meinung nach ist der Diksha- Prozeß das erste Hilfsmittel, das diesen
Wechsel für die ganze Menschheit möglich macht. Es gibt zwei Hauptfaktoren, die
den Diksha-Prozeß weit effektiver als alles andere machen um Menschen durch
die "Dunkle Nacht" zur Erleuchtung zu leiten.
1. Die Aktivierung des Ruhe- und Erregungssystems. Sri Bhagavan sagt, daß
alles was völlig erfahren wird sich in Freude verwandelt. Im Gehirn gibt es
zwei grundlegende Bewußtseinssysteme, das Ruhe- und Erregungssystem. Wenn
jemand etwas aus einem voll funktionsfähigen Ruhesystem erfährt, was
gleichbedeutend mit vollständigem Gewahrsein ist, wird das Erregungssystem
aktiviert und Freude erfahren.
So wird die Aussage Sri Bhagavans durch neurowissenschaftliche Einsichten voll
unterstützt. Das deckt sich auch mit der taoistischen Lehre, daß Ying und Yang
an ihren Endpunkten ineinanderübergehen.
Indes hat das normale menschliche Gehirn kein funktionierendes Ruhesystem und
wir neigen dazu vor vielen Erfahrungen im Leben zurückzuschrecken, weil sie
nicht zu Freude führen. Wenn die seitlichen Gehirnlappen chronisch überaktiv
sind, wie ich es kürzlich in einem Artikel beschrieben habe, wird das
Ruhesystem des Gehirns schwer beeinträchtigt. Bei einer chronischen
Unterfunktion der vorderen Gehirnlappen ist das Erregungssystem des Gehirns
ebenso unteraktiv. Dies führt zu dem biologischen Zwang etwas nie vollständig
zu erfahren und verhindert damit die Transformation jeglicher Erfahrung in
Freude. Ohne die vollständige Erfahrung der Wahrnehmung von
Orientierungslosigkeit und des Chaos der "Dunklen Nacht" ist ein
völliges
Hindurchgehen nicht möglich. Die Raupe widersetzt sich nicht ihrer eigenen
Auflösung und kann deshalb aus ihrer eigenen Vernichtung als Schmetterling
hervorgehen. Menschliches Bewußtsein hingegen widersetzt sich solange diesen
Erfahrungen, wie das Gehirn in der Weise funktioniert, wie es für menschliche
Wesen bis heute normal ist.
Biologische Zwänge sind einfach stärker als bewußte Absichten. Stelle Dir vor,
jemand hätte Dir gesagt, Du würdest vollständig erleuchtet, wenn Du 6 Monate
nicht schlafen würdest. Erleuchtung ade! Egal wie entschieden Du bist, der
biologische Drang zu schlafen wird stärker sein. Deshalb können spirituelle
Praktiken, die ausgeübt werden während das Gehirn in den begrenzten Mustern
eines Ruhe- / Erregungssystems gefangen ist, nur vorübergehend Zustände von
erweitertem Bewußtsein und Freude vermitteln. Für die meisten Menschen kann das
allerdings nicht zu einer Auflösung der alten Wahrnehmung des Selbst und dem
Erscheinen der Erleuchtung führen. Die besten Absichten das zu ändern sind
wirkungslos wenn Dein Gehirn biologisch so mit dem Muster verknüpft ist, nicht
mit vollem Bewußtsein erfahren zu können. Dennoch kann ein dem ursprünglichen
Design des Gehirns entsprechender, direkter Eingriff mühelos das natürliche
Funktionieren des Ruhe- / Erregungssystems aktivieren. Das scheint durch die
Diksha sehr effektiv verursacht zu werden und man kann sich ganz natürlich
jeglicher Erfahrung hingeben, da die biologische Grundlage für eine solche
Hingabe gegeben ist.
Um den Unterschied in der Wirksamkeit zwischen einer auf Absicht und einer auf
direktem Eingriff basierenden biologischen Veränderung zu veranschaulichen
,
laßt uns das am Beispiel "Kraft" verdeutlichen. Kraft ist eine
neurologische
Funktion und keine Qualität der Muskeln. Der Faktor, der die physische Kraft
einer Person limitiert, ist eine neurologische Hemmung. Das ist der Grund
weshalb eine Person während eines epileptischen Anfalles übermenschliche Kraft
haben kann; die neurologische Hemmung fällt weg. Diese "Hemmung"
beeinflußt
andere Bereiche des Gehirns als die "Hemmungen", die eine Person
davon abhalten
natürlicher Weise erleuchtet zu sein , andererseits
handelt es sich bei beiden
um den gleichen Prozeß. Der Weltrekord im Bankdrücken liegt bei 897
amerikanischen Pfund (lbs). Das ist das Resultat eines extrem talentierten und
sehr hart trainierenden Athleten, dessen ganzer Wunsch und Absicht es war,
super stark zu sein.
Ein Gorilla teilt 99% des menschlichen Erbgutes. Allerdings hat der
Durchschnittsgorilla auch ohne Absicht, Training und Anstrengung eine Kraft ,
die der von 4000 Pfund (lbs) beim Bankdrücken entspricht. Alles was ein Gorilla
tut, ist auf sein natürliches Design eingestimmt zu sein. Gorillas versuchen
nicht stark zu sein, sie sind nur was sie sind.
Ein menschliches Wesen, daß von seinem ursprünglichen
Entwurf getrennt ist,
kann sich niemals mit der natürlichen Kraft, die einem Gorilla mühelos zur
Verfügung steht, messen. Weil der biochemische Prozeß der neurologischen
Hemmung der gleiche ist, ob es sich nun um eine Hemmung der physischen Kraft
oder der des Ruhe- / Erregungssystems handelt, kann uns dieses Beispiel zeigen,
warum die Diksha als eine
dem ursprünglichen Design des Gehirns entsprechende und gegebene
"Justierung" ,
soviel stärker ist als auf Absicht beruhenden Anstrengungen.
.
2. Die Aktivierung und Regeneration des Septum Pellucidum.
In den 50iger Jahren haben Neurowissenschaftler entdeckt, daß die Aktivierung
des in der Mitte des Gehirns gelegenen Septum Pellucidum, unmittelbar
chronische Schmerzen, Depressionen und Ängste heilen und eine Wahrnehmung
tiefen Friedens und Freude geben kann. Jedoch ist wegen der neurologischen
Überaktivität in den seitlichen Gehirnlappen und dem daraus resultierenden
Mangel an neuronaler Energie für den Rest des Gehirns das Septum Pellucidum von
fast jedem chronisch unteraktiv. Das führt zu einer Schrumpfung dieses
wichtigen Gehirnzentrums, was wiederum Freude und Lebendigkeit immer weniger
verfügbar macht. Das löst dann die Suche einer Person nach Erfahrungen aus die
Freude verursachen, weil Freude natürlich ist und wir biologisch so angelegt
sind, sie zu erfahren. Wenn jedoch das Septum Pellucidum einmal geschrumpft
ist, kann es nur extreme Stimulation anregen ein bißchen Freude zu produzieren.
Das ist die wirkliche biologische Basis von Drogenabhängigkeit, die Überreizung
der Sinne und aller Dinge von rajasischer oder tamasischer Natur. Das Septum
Pellucidum ist das Belohnungszentrum des Gehirns und wenn es nicht normal
funktioniert erleben wir Belohnung oder Freude hauptsächlich durch unnatürliche
Mittel.
Selbst bei Menschen, die einen sehr reinen Lebensstil leben, ist die Erfahrung
von Freude oft abhängig von den Umständen. Eine der üblichen Beschreibungen des
erleuchteten Zustandes ist der der bedingungslosen Freude. Man könnte auch
sagen, daß die erleuchtete Person ein natürlich
funktionierendes "Belohnungszentrum" hat, das immer eingeschaltet ist
und nicht
nur unter bestimmten Umständen.
Ein natürliches Septum Pellucidum macht das Erfahren des Lebens zu etwas
lohnendem unabhängig davon um was es sich gerade handelt. Ein gesundes Septum
Pellucidum erlaubt uns Freude in allem zu erleben. Es macht alles zu einer
lohnenden Erfahrung, die Erfahrung der Dunklen Nacht eingeschlossen.
Das macht es in der Tat möglich, durch Erfahrungen des inneren Chaos zu gehen
ohne den biologischen Drang uns von ihnen abzuwenden. In den letzten 7 Jahren
habe ich Methoden zur Aktivierung des Septum Pellucidum untersucht und
erfunden. Wenn ich mir die Veränderungen in den Gehirnen der Menschen anschaue,
die den Diksha-Prozeß durchlaufen, komme ich zu dem Ergebnis, daß es sich
hierbei um das bei weitem wirkungsvollste Mittel handelt, das Septum Pellucidum
zu aktivieren und zu regenerieren, das heute zur Verfügung steht.
Schlußfolgerung:
Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Diksha-Prozeß in seiner Effektivität und
Logik unübertroffen, weil er der menschlichen Natur entsprechend arbeitet. Der
alte Weg, zu versuchen sich gegen die Eigendynamik biologischer Zwänge und
Programmierungen, die zur Erfahrung von Trennung und Leiden führen, zu
transformieren, war nie auf natürlichen Prinzipen gegründet und hat deshalb
auch nur für wenige funktioniert.
Wenn Erleuchtung, wie so viele Mystiker sagen, unser natürlicher Zustand ist,
dann wird auch nur ein natürlicher Prozeß effektiv sein um die Menschheit dazu
zu erwecken. Unsere Suche nach einer Lösung in Bezug auf das Leiden der
Menschen muß von einer anderen Grundlage kommen als der Wirklichkeit des
Leidens. Gegen biologische Zwänge mit Willensanstrengung anzugehen ist Teil der
Realität des Leidens und nicht Teil seiner Lösung.
Die durch göttliche Gnade gegebene und unserem ursprünglichen Bauplan
entsprechende Angleichung ist der Weg der Natur und aller Lebensformen, die an
diesem natürlichen Weg teilhaben.
Zur Zeit führe ich weitere Untersuchungen in Bezug auf
die Auswirkungen des
Diksha-Prozesses durch. Das schließt auch die Untersuchung von Faktoren mit
ein, die das menschliche Gehirn für die Diksha-Energie möglicherweise
empfänglicher machen könnten. Es ist ein aufregender neuer Horizont für die
Wissenschaft, der am Ende vielleicht Wissenschaft und Spiritualität auf eine
völlig neue Weise zusammenbringt und bei dem sich beide zum Nutzen der
Menschheit ergänzen und unterstützen.
Email: christian_mukti@yahoo.de